Wanderroute 1
Streckenbeschreibung
Ausgangspunkt Parkplatz Rudolf Höhn-Sportanlage. 200 Meter auf der Straße Richtung Bergheim, dann nach links über den Bleichenbach führende Eselsbrücke. Der Betonweg wechselt zu einem Wiesenweg, geradeaus bergan bis zu einem asphaltierten
Radweg, der nach rechts in Richtung Bergheim führt. Dem Radweg folgt man ca. zweieinhalb Kilometer bis zur Straße, die Ortenberg mit Bergheim verbindet. Der Ausflügler folgt dem Radweg nach links und nach wenigen Metern wieder nach rechts und geht auf dem Schotterweg in Richtung Schützenhaus. 300 Meter nach dem Vereinshaus ist rechts die Bergheimer Heide zu sehen. Ein wertvolles Biotop, das vermutlich im Laufe der Jahrhunderte durch Beweidung mit Schafen oder Ziegen entstanden ist. Dort wachsen Tausendgüldenkraut, Golddistel, Wacholderbüsche und andere seltene Pflanzen.
Am Waldrand kann der Wanderer schon einen ersten Blick auf den großen Steinbruch von Bergheim werfen. Für Besucher ist er gesperrt. Weiter geht es bis zu einem asphaltierten Weg, dem man nach rechts folgt. Vor dem Waldrand macht man einen kleinen Abstecher nach links. Nach ungefähr 100 Metern (hinter einem Hochstand) wendet man sich nach rechts zwischen den Bäumen und kommt nach wenigen Metern an eine starke Abbruchkante. Zur Zeit ist dieser Bereich durch Wildwuchs sehr schwer zugänglich. Dort wurde bis in die 60er Jahre hinein Kaolin abgebaut. Kaolin, oder auch Porzellanerde, ist ein feines, eisenfreies, weißes Gestein, das als Hauptbestandteil Kaolinit, ein Verwitterungsprodukt des Feldspats, enthält. Kaolin wird für die Herstellung von Papier und Porzellan, für medizinisches Puder genutzt. Wenn es qualitativ nicht so hochwertig ist wie das Kaolin in Bergheim, findet es als Beimischung für den Hausverputz und vor allem auch als Formsand in der Eisengießerei von Hirzenhain Verwendung.
Auf dem Asphaltweg geht es ein kleines Stückchen weiter und dann nach links auf dem Wiesenweg in Richtung Bergheim. Der Wald wird gen Bergheim lichter, und wenn man an die gepflasterte Straße kommt, geht es nach links. In Bergheim kann man sehen, welche Gesteine dort aus der Erde geholt werden. Allenthalben sind schöne Buntsandsteine in verschiedenen Farben verbaut, genauso wie der vielfältig nutzbare Basalt.
Über die Hauptstraße und den Bleichenbach in der Wiesenstraße folgt man dem Weg mit leichten Biegungen in Richtung Friedhof. Hier geht es rechts über einen asphaltierten Serpentinenweg bergan bis zum Waldrand. Hier biegt man rechts ab. Nach ca. 100 Metern biegt man nach links in den Wald ein. Über einen kurzen Zickzack-Weg kommt man an die neue Straße zum Steinbruch. Der Wanderer überquert jetzt schräg die Straße und folgt einem Waldweg. Rundum ist ein wunderschöner Buchenwald, ganz typisch für die Region. In historischen Quellen aus dem achten Jahrhundert wird die Region auch als Buchenland (Buchonia) bezeichnet.
An der ersten Kreuzung geht es nach links auf die historische „Bettenstraße“, die Schätzungen zufolge seit 3000 bis 4000 Jahren begangen wird. Sie führte einst von Frankfurt über Fulda nach Thüringen. Diese „Altstraße“ weist an ihren Rändern noch eine ganze Reihe von Hügelgräbern auf. Wundern kann das den Fachmann nicht. Denn anders als in den dicht besiedelten Gebieten haben sich dort die Gräber besser erhalten. Die Menschen in früheren Zeiten sind oft in großen Gruppen gewandert, nicht zuletzt aus Angst vor Straßenräubern. Wenn man mit Kind und Kegel unterwegs war, dann konnte es auch passieren, dass unterwegs ein Angehöriger starb. Er wurde entsprechend den religiösen Riten in einem Hügelgrab am Wegesrand bestattet.
An manchen Stellen kann man hier noch die Hohlwege vergangener Jahrhunderte erkennen. Die historischen Wege waren nicht wie heute enge Fahrstraßen, sondern breite Trassen, die baumfrei gehalten wurden, damit sich keine Räuber verstecken konnten. Die Fahrwege wurden immer wieder gewechselt, wenn sie etwa zu sehr eingefahren waren. Dann erreicht man den Aussichtspunkt "Am guten Born", von wo aus man direkt auf den Glauberg schaut. Weiter links sieht man Aulendiebach, am Horizont die Stadt Büdingen und ganz rechts einen Teil von Bleichenbach.
Der Wanderer verlässt jetzt den Wald, geht nach rechts am Waldrand entlang und erreicht das Neubaugebiet an der Waldstraße. Bevor man sich dort nach links wendet, macht man noch einen kleinen Abstecher geradeaus. Nach 150 Metern am Waldrand wendet man sich nach rechts. Der talartige Einschnitt ist durch den Abbau von Sandstein entstanden. Nach 500 Metern kommt man an das Ende des Steinbruchs.
Aus diesem Stein dort wurde vermutlich die Skulptur des Keltenfürsten vom Glauberg gearbeitet. Da sich immer wieder große Blöcke von der Felswand lösen, sollte man Abstand wahren. Zurück zur Waldstraße geht es nach rechts bis zur Hauptstraße, wo man abermals nach rechts geht und nach wenigen Metern zum Parkplatz am Sportplatz zurückkehrt.
Streckeninfo
| Länge: | 11,5 km |
| Wanderzeit: | 3 Std. |
| Summe Steigung: | 290 m |
| Summe Gefälle: | 256 m |
| Maximale Höhe: | 253 m ü.N.N. |
| Minimale Höhe: | 112 m ü.N.N. |
| Schwierigkeitsgrad: | leicht |
Streckenverlauf

Höhenprofil

GPS-Daten
Einzelne Textabschnitte stammen aus dem Kreis-Anzeiger, Ausgabe vom 27.07.2010


